Historische Vermessungssäulen in Sachsen

Dreiecksnetz

Bei der Landesvermessung 1862 bis 1890 wurden zwei Dreiecksnetze geschaffen, das Netz für die Mitteleuropäische Gradmessung im Königreich Sachsen (Netz I. Classe, hier rot markiert) mit 36 Stationen und die Königlich Sächsische Triangulirung (Netz II. Classe) mit 122 Stationen.

 

Die Säulen Nr. 29 bis 35 tragen die Aufschrift Königlich Sächsische Triangulirung, also II. Classe. Sie sind aber Bestandteil des Basisvergrößerungsnetzes (siehe unten) zur Berechnung der Mitteleuropäischen Gradmessung und werden damit zur I. Classe gerechnet.

Die Station 62-Gohlig war ursprünglich für die Mitteleuropäische Gradmessung vorgesehen (siehe Inschrift an der Säule). Wegen Sichtproblemen und Dreiecksgestaltung wurde diese Säule der II. Classe zugeordnet

und durch die Station 7 -Porsberg ersetzt.

62 - Gohlig
62 - Gohlig
7- Porsberg
7- Porsberg

Großenhainer Grundlinie

Die Großenhainer Grundlinie besteht aus den Stationen 32-Quersa, 33-Großenhain und 34-Raschütz.

Am 7. August 1872 wurde in Raschütz mit der Messung begonnen. Am 20.August 1872 erreichte die Basismessung Quersa. Die Rückmessung erfolgte sofort und endete am 3. September 1872 wieder in  Raschütz. Die Länge der Basis wurde mit 8908,648 m bestimmt. Diese Länge war Grundlage für die Berechnung aller weiteren Längen.  

Basisvergrößerungsnetz

Das Basisvergrößerungsnetz besteht aus den Stationen:

10-Keulenberg, 11-Strauch, 12 Baeyerhöhe, 18-Collm

29-Buchberg, 30-Großdobritz, 31-Baselitz, 35-Weida

Die Basislänge von Raschütz nach Quersa wurde nun mit Hilfe der bekannten trigonometrischen Formeln auf die Länge 18-Collm bis 10-Keulenberg der Mitteleuropäischen Gradmessung übertragen. Damit war die Voraussetzung für die Berechnung aller Längen zwischen den Stationen der I. und II. Classe geschaffen.